Frage 1: Frau Loos, der Einsatz von und Umgang mit Künstlicher Intelligenz ist in der Unternehmenswelt gerade ein viel diskutiertes Thema. Wie stehen Sie dazu?
Loos: KI ist zweifellos eine der transformierenden Technologien unserer Zeit und wird voraussichtlich nahezu alle Branchen betreffen. Durch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten wird sie unverzichtbar für die künftige Entwicklung und Effizienzsteigerung in der Wirtschaft und Industrie. Sie bietet Unternehmen beispielsweise die Chance, Kundenbedürfnisse besser zu erfüllen, schneller auf Veränderungen zu reagieren und damit wettbewerbsfähig zu bleiben.
Laut einer IW-Studie könnte der Wirtschaftsstandort Deutschland durch den KI-Einsatz um bis zu 330 Milliarden Euro wachsen. Doch dafür brauchen wir hierzulande eine höhere Geschwindigkeit im internationalen Vergleich. Und vor allem mehr Unternehmen, die KI-Technologien implementieren.
Frage 2: Der gestiegenen Bedeutung des Themas tragen Sie nun Rechnung und haben mit der IN2AI eine neue Messe entwickelt, die am 4. und 5. September 2024 zum ersten Mal durchgeführt wird. Erzählen Sie uns davon.
Loos: Die IN2AI bietet eine Plattform für den Austausch, Innovationen und Vernetzung zwischen Experten, Unternehmen und Interessierten. Unser Fokus liegt nicht nur darauf, wie KI Industrie- und Geschäftsprozesse revolutioniert und effizienter gestaltet. Diskutiert werden auch die ethischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Die Zielgruppe unserer Veranstaltung umfasst Branchenführer und Fachleute aus dem Produktionssektor, der Energiebranche, der Logistik und Supply Chain, der Automobilindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Chemieindustrie, sowie Pharma & Life Sciences. Zudem sind Institute und politische Entscheidungsträger herzlich eingeladen, sich aktiv einzubringen. Die Messe bietet ein vielfältiges Programm aus Ausstellungen, Vorträgen und Workshops.
Frage 3: Das „IN“ im Namen steht stellvertretend für „Industrie“. Wieso haben Sie diesen Schwerpunkt bei Ihrer Messe gesetzt?
Loos: Der industrielle Sektor steht besonders im Fokus – und KI spielt dabei eine Schlüsselrolle. Nehmen wir als Beispiel die Logistikbranche. Immerhin zählt Dortmund mit rund 25.000 Beschäftigten und 760 Unternehmen in diesem Bereich zu den wichtigsten Logistikregionen in Deutschland. So kann KI helfen, komplexe Lieferketten zu analysieren und zu optimieren. Auch KI-gesteuerte Automatisierung und Robotik bieten in Lagerhäusern, Verteilzentren und bei der Kommissionierung ein enormes Potential. Prozesse können beschleunigt und Fehler reduziert werden. Zudem lässt sich die oft hohe physische Belastung für Mitarbeiter senken bei gleichzeitig höherer Effizienz.
Durch die Benennung der IN2AI wollen wir den Schwerpunkt auf die praktische Anwendung und die Auswirkungen intelligenter Anwendungen in Industrie und Wirtschaft legen. Es geht darum, reale Lösungen und Szenarien aufzuzeigen, wie KI zur Effizienzsteigerung, Kostenreduktion und Innovation beitragen kann.
Frage 4: Zeitgleich findet in der Messe Dortmund auch die „AI24 – Lamarr Conference“ des Lamarr-Instituts für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz statt. Ein Zufall?
Loos: Nein, das ist kein Zufall. Die parallele Durchführung des AI24-Konferenz und der IN2AI war eine strategische Entscheidung. Sie unterstreicht die Bedeutung Dortmunds – das mit dem Lamarr Institute for Machine Learning and Artificial Intelligence und dem Fraunhofer IML zwei internationale Top-Adressen vorzuweisen hat – als ein Zentrum für KI-Forschung und anwendungsnahe Umsetzung. Wir möchten die Synergien zwischen akademischer Forschung und industrieller Anwendung maximieren.
Frage 5: Mit der Messe und dem zeitgleich stattfindenden Kongress setzt Dortmund ein Ausrufezeichen bei diesem wichtigen Zukunftsthema. Wieso ist aus Ihrer Sicht gerade Dortmund/die Region dafür prädestiniert, solche Themen nach vorne zu bringen?
Loos: Dortmund und die Region sind ein dynamisches Zentrum der Industrie und Technologie in Deutschland. Mit einer starken akademischen Landschaft, innovativen Unternehmen und einer aktiven Startup-Szene bietet Dortmund insgesamt den idealen Nährboden für die Entwicklung und Umsetzung von zukunftsweisenden Technologien. Darüber hinaus punkten Stadt und Messestandort mit ihrer zentralen Lage: Die Benelux-Länder sind nebenan; NRW ist mit 18 Mio. Einwohnern einer der bedeutendsten Wirtschaftsregionen Europas. Und die angrenzende Region Südwestfalen zählt mit 80.000 Unternehmen und 140 Weltmarktführern zu den gefragtesten Industriestandorten.
Frage 6: Zurück zu Ihrer Messe: Warum sollten Unternehmen darüber nachdenken bei Ihnen auszustellen? Was sind die Mehrwerte, die Sie bieten werden?
Loos: Die IN2AI richtet sich an eine breite Ausstellerzielgruppe, die in verschiedenen Sektoren der künstlichen Intelligenz und angrenzenden Bereichen tätig sind. Dazu zählen AI-Softwareunternehmen, Technologieanbieter, sowie Berater für KI und Change-Management. Ebenfalls angesprochen sind Vertreter aus Industrie und Logistik, Forschungs- und Entwicklungsspezialisten, KI-Start-ups sowie Universitäten und Forschungseinrichtungen.
Die Aussteller erhalten die außergewöhnliche Chance, ihr Portfolio an KI-Lösungen einem Publikum aus Branchenführern und Experten zu zeigen und sich dadurch als Vorreiter in Sachen Innovation zu positionieren.
Frage 7: Mit der IN2AI besetzen Sie ein wichtiges Zukunftsthema. Sind weitere neue Formate in der Planung?
Loos: Mit Spannung erwarten wir die IN2AI als erstes neues Messe-Highlight in diesem Jahr. Kurze Zeit später geht die neue BUILDINX – INNOVATIONS FOR LOGISTICS PROPERTIES (Nov. 2024) an den Start. Sie konzentriert sich auf die gesamte Wertschöpfungskette von Logistik- und Industrieimmobilien. Im darauffolgenden Jahr feiert außerdem die Inolope Expo (Feb. 2025) ihren Auftakt. Die neue Fachmesse bildet Innovationen und die neuesten Trends rund um smarte Gebäudehüllen ab. Neben den neu eingeführten Eigenformaten ist es der Messe Dortmund aber auch gelungen, zahlreiche neue Gastveranstaltungen für den Standort zu gewinnen.
IN2AI | eine Messe der
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